Das sterbende Paradies
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Das sterbende Paradies
Es gibt Orte, die sind mehr als ein Stück Land.
Sie sind ein Versprechen. Ein Rückzugsort. Ein Zuhause – für Tiere und für Menschen.
Das Birdsparadise Gleisental ist ein solcher Ort.
Ein gemeinnützig betriebenes Projekt, getragen von Naturliebhabern für Naturliebhaber.
Nicht aus wirtschaftlichem Interesse, sondern aus Überzeugung.
Aus dem Wunsch heraus, Natur Raum zu geben – und Menschen einen Zugang zu ihr zu ermöglichen.
Über Jahre hinweg ist hier etwas gewachsen, das man nicht einfach planen oder kaufen kann. Eine Gemeinschaft aus Natur- und Tierliebhabern, aus Fotografen, Beobachtern, stillen Genießern. Menschen, die Zeit, Herzblut und Respekt investiert haben, um einen Raum zu schaffen, in dem Natur nicht genutzt, sondern verstanden wird.
Zwischen Biotopen, liebevoll angelegten Futterstellen, dem Ansitz und dem Futterschuppen entstand ein Paradies für Wildvögel. Und ein Paradies für jene, die sie nicht besitzen, sondern begleiten wollten.
Fotografie war hier nie nur Technik. Sie war Begegnung. Geduld. Staunen.
Ein Ort, der Kraft schenkt
Für mich persönlich ist dieser Ort weit mehr als ein fotografisches Refugium.
Das Birdsparadise war für mich ein Platz, um Kraft zu tanken. Um still zu werden. Um durchzuatmen.
Nach meinem Burnout im letzten Jahr war dieser Ort ein Anker.
Hier konnte ich wieder lernen, zur Ruhe zu kommen.
Nicht funktionieren zu müssen.
Nicht stark sein zu müssen.
Die Stille, das Warten, das Beobachten – all das hat mir geholfen, mich Stück für Stück wieder zu sammeln.
Ein Ort für uns beide
Im Birdsparadise hat mein Sohn – bald zehn Jahre alt – seine Liebe zur Natur und zur Tierfotografie entdeckt.
Stillzusitzen, sich zu konzentrieren, bei einer Sache zu bleiben – das ist für ihn im Alltag oft schwierig.
Doch hier war es anders.
Hier konnte er sitzen.
Warten.
Beobachten.
Nicht, weil er musste – sondern weil er wollte.
Die Natur hat ihm etwas gegeben, das kein Bildschirm, kein Klassenzimmer und kein Ermahnungswort ersetzen kann: innere Ruhe.
Für uns beide war das Birdsparadise zudem etwas ganz Besonderes:
eine Vater-Sohn-Erfahrung.
Ich erziehe meinen Sohn alleine.
Er lebt bei mir.
Und natürlich geht so eine Erziehung nicht ohne Reibereien, ohne anstrengende Tage, ohne Momente, in denen man aneinandergerät.
Gerade deshalb waren diese gemeinsamen Zeiten im Birdsparadise so wertvoll.
Dort konnten wir nebeneinandersitzen, ohne zu diskutieren.
Ohne Erwartungen.
Einfach gemeinsam schauen, lauschen, warten.
Diese Momente waren Balsam für unsere beider Seele.
Dass dieser Ort nun verschwindet, trifft uns deshalb nicht nur als Naturfreunde – sondern als Familie.
Ein Abschied, den niemand wollte
Doch dieses Paradies stirbt.
Nicht durch Vernachlässigung.
Nicht durch Gleichgültigkeit.
Sondern durch behördliche Auflagen.
Bis Ende dieses Jahres müssen wir das Birdsparadise vollständig räumen.
Alle Anlagen zurückbauen.
Den Ansitz.
Den Futterschuppen.
Alle Biotope.
Alle Futterstellen.
Was bleibt, ist eine Leere – dort, wo Leben war.
Und eine tiefe Traurigkeit bei all jenen, die diesen Ort mit aufgebaut haben und ihm verbunden sind.
Was bleibt, ist die Gemeinschaft – und die Hoffnung
Trotz allem ist eines nicht verloren gegangen: die Gemeinschaft.
Menschen, die nicht aufgeben wollen.
Die wissen, wie wertvoll dieser Ort war – und wieder sein kann.
Deshalb suchen wir händeringend nach einem neuen Grundstück im Großraum München.
Einen Ort, an dem wir erneut ein Birdsparadise aufbauen dürfen.
Mit Platz für:
- Futterstellen für Wildvögel
- Biotope
- einen Ansitz
- einen geschützten Raum für Naturbeobachtung und respektvolle Fotografie
Ob Miete, Pacht oder Kauf – wir sind offen für jede Möglichkeit.
Ein Aufruf an alle, die Natur im Herzen tragen
Vielleicht liest du diese Zeilen und hast eine Idee.
Vielleicht kennst du jemanden, der jemanden kennt.
Vielleicht besitzt jemand ein geeignetes Grundstück oder weiß von einer Möglichkeit, die genau jetzt gebraucht wird.
Dann bitten wir dich:
- Hilf uns.
- Teile diese Geschichte.
- Sprich darüber.
Denn mit dem Birdsparadise verschwindet nicht nur ein Ort der Fotografie.
Es verschwindet ein Ort der Heilung.
Ein Ort der Verbindung.
Ein Stück gelebter Natur – für Tiere und für Menschen.
Das Birdsparadise Gleisental mag sterben.
Aber seine Idee lebt weiter.
Und vielleicht, mit deiner Hilfe, kann aus dem Ende ein neuer Anfang werden.




























Diskussionsbeiträge (7)
Hallo Christoph,
Danke für deine Worte. Die Schritte, vor allen eine Petition haben wir das gesamte letzte Jahr versucht. Auch die Führsprache der Unteren Naturschutzbehörde, welche unser Projekt toll findet, half nichts.
Somit blieben uns nur 3 Möglichkeiten.
Liebe Grüße Dirk
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