Back to basics
In dieser Story

Der Ausgangspunkt
Im Mai führte mich mein Urlaub in die Schweiz, genauer gesagt an den Thuner See. Für mich eines der perfektesten Reiseziele – die Lage des Sees ist einfach unbeschreiblich schön, umgeben von Bergen und einer idyllischen Landschaft. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Natürlich wähle ich für meine Reise ausgerechnet die letzte, kalte, regnerische Woche im Mai aus. Das stellt mich vor einige, fotografische Herausforderungen; dunkle und bewölkte Tage wechseln sich mit enorm sonnigen, hellen Tagen ab. Dennoch: die Kamera ist immer dabei.
Zur Fotografie
Zuletzt kam ich mit Blick auf meine eigene fotografische Reise ins Nachdenken. Neue Kameras gleichen schon fast Computern, die alles können. In der Nachbearbeitung geht mit KI potentiell so viel, dass Bilder immer gut aussehen. Farben werden intensiver, Kontraste maximal geschärft. Und selbstverständlich fallen diese Bilder v.a. in der digitalen Welt auch auf.
Als Hobbyfotograf würde mir dabei aber denke ich mit all dem der Spaß verloren gehen. Ich liebe es, mich dem Prozess hinzugeben. Wenn die Kamera eben nicht alles kann. Wenn die Bilder die natürliche Schönheit der Landschaft unterstreichen, statt diese zu sehr zu verändern. Und wenn ich später in der Nachbearbeitung meine eigenen Anpassungen vornehme.
Entsprechend wollte ich mich auf dieser Reise darauf besinnen, einfach meinem eignen Weg zu folgen – und mich daran zu erinnern, was mich zur Fotografie geführt hat.
Die Sache mit dem Licht
Trotz schwankedem Wetter darf ich mich nicht beschweren: Ein paar sonnige Tage und Momente versüßen mir letztendlich den Urlaub dann doch. Da wird es natürlich auch Zeit für Wanderungen. Rund um den Thuner See gibt es Wege mit wunderschönem Panorama, vorbei am direkten Ufer bis höher in die Berge hinein. Da es am Vortag noch verregnet war, entscheide ich mich für eine etwas flachere Etappe; der Weg nach Spiez bietet sich dabei an. Begleitet wird man stets einerseits vom Seeblick – andererseits läuft man über Wiesen, Felder und durch Wälder vorbei an beeindruckenden Berg- und Felswänden.
Sehr glücklich bin ich natürlich über die sonnigen Stunden; aber für die Fotografie sind das gar keine so leichten Bedinungen: Wenn Licht über die Berge ins Tal fällt, dann doch sehr hell; gleichzeitig werfen die Berge tiefe Schatten auf die Täler. Der Dynamikumfang, den man hier bräuchte, könnte gar nicht groß genug sein.
Es gibt allerdings auch Abschnitte auf dem Weg, wo dieses Licht von Vorteil ist. So bspw. der gemütliche, schattige Platz unter den Bäumen, die einen durch die märchenhafte Landschaft begleiten.
Das Foto
So entsteht im Endeffekt auch dieses Foto. Anders, als vllt. erwartet, ist es nicht das Bergpanorama, was ich hier teilen möchte. Es ist der Weg. Der Weg mit seinen Stationen, mit Licht und Schatten, der einen voran führt – ins märchenhafte Ungewisse.
Vllt. ist es aber auch der Weg, den man als Fotograf geht. Und so lande ich diesmal bei einem leicht anderen Stil. Eine Waage zwischen einer dezenten Betonung der Natur und der puristischen Schönheit, die man dort findet. Aber auch ein Hauch Retro Feeling.

















Diskussionsbeiträge