Auf der Suche nach Allem und Nichts
In dieser Story

Mein Zeug
Sony A7 IV
Sigma 85mm F/1.4 DG DN Art
PremiumPro High Protect CPL Filter
Entscheidungsphase
Schnee gab es in diesem Jahr eigentlich nicht genug, dennoch freute ich mich schon auf den Frühling. Gelockt von der Zielfoto-Challenge “Frühlingserwachen – Das Comeback der Farben”, suchte ich mir irgendeinen Morgen heraus, an dem ich mich mit so geringem Equipment wie möglich in den Wald begeben konnte. Die letzten Tage blieb es von oben trocken und die Sonne zauberte schöne Lichter, wo man nur hinsah.
Jetzt, aber warum ging ich für ein Frühlingsbild in den Wald? Zu dieser Jahreszeit und um so höher man hier kommt, ist es alles andere als bunt. Die traumhaft bunte Blumenwiese konnte man nur in der Stadt, künstlich angepflanzt, in Blumenkübeln bestaunen. Wollte ich das? Sicher nicht. Ich suchte nach einem Bild, dass durch die schöpferische Natur allein seinen Lauf nahm.
Der Weg zum Bild
Ich wusste bis hier her nur, dass mich außer der Bäume, dem Bach und vielen Steinen, eigentlich nichts Außergewöhnliches erwarten sollte.
So ging ich an dem Entstehungstag meines Fotos, früh morgens in den Wald und lief eine Runde, die ich zuvor zum Teil nur mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte. Aber mit dem Fahrrad ist man, je nach Streckenabschnitt und der gewählten Fahrrichtung, definitiv zu schnell unterwegs und der Blick verliert sich aus Sicherheitsgründen meist nur auf das, was vor einem liegt. Da bleibt keine Zeit zum Staunen oder Innehalten.
Die Entdeckung meines Zielfotos ist definitiv nur ein Zufall gewesen, denn wäre ich nicht zu der Tageszeit, mit dieser Lichtstimmung unterwegs gewesen, hätte die kleine Rot-Buche für mich nur unbedeutend gewirkt und ich wäre daran vorbeigelaufen. Die ganze Zeit fokussierte ich mich nur auf den Punkt, etwas Buntes finden zu wollen. Alles, was ich am Wegesrand sah, waren Buschwindröschen, Waldsauerklee und etwas vom Huflattich. Die bunte Blumenwiese blieb aber aus.
Die Entstehung
Nun stand ich also am Rande eines Schotterweges, mit dem Blick konzentriert auf dieses kleine Bäumchen, welches sich dicht an seinen großen Bruder anschmiegte. Im Hinterkopf kam mir sofort der Gedanke, dass ich dieses Bild gar nicht in der Challenge anhängen brauchte, da es weder bunt war noch nach Frühling aussah. Aber mein Wunsch war es, diesen Moment festzuhalten und mit euch zu teilen. Und das war gar nicht so leicht, denn uns beide bewegte ein etwas kräftigerer Nordostwind hin und her. Im Willen fest entschlossen, war ich mit meinen Trekkingschuhen fest im Waldboden verankert und ließ mich nicht beirren und hielt meine Kamera dicht vor mein rechtes Auge. So knipste ich eine Reihe von Bildern mit leicht unterschiedlichem Abstand und Winkel zum besagten Bäumchen. Mir gefiel der Glanz der Laubblätter, welche durch die Sonne förmlich anfingen zu brennen. Was für ein schöner Anblick!
Steiler Abstieg mit Erfolg
Nach einem prüfenden Blick auf dem Display, beendete ich meine Runde mit einem kurzen, aber steilen Abstieg ins Wildgehege, in dem ich letztlich noch auf einen Blumenfresser gestoßen bin. 😉
Das Bild für die Zielfoto-Challenge hatte ich aber bis zum Abstieg noch nicht im Kasten. Also hielt ich die Augen weiter offen und konnte das eingereichte Foto einer Knospe der Rotbuche ergattern.
Nach knapp 4 Stunden Foto-Wanderung erfreute ich mich der schönen Bilder und noch viel mehr, der Zeit, die ich mir nahm, mit offenen Augen und viel Ruhe durch die schöne Mutternatur gegangen zu sein.


















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