Auf der persönlichen Chahllenge
In dieser Story

Du hast Dir einen Wunsch erfüllt. Bravo. Und jetzt sitzt Du irgendwo und schaust Youtube-Videos, um Dich zu vergewissern, dass Deine Kaufentscheidung klug war. Also ich habe das so gemacht. Erkennt sich da wer wieder? Aber wie wäre es, sich zu prüfen, anstatt sich zu vergewissern? Also habe ich den Entschluss gefasst, mir eine Aufgabe zu stellen, um beides zu erreichen. Ab sofort sollte jeden Tag mit der neuen Fotoausrüstung ein Foto entstehen, das ich meiner Frau oder meiner Mutter vorzeigen könnte. Beide Damen sind mir gegenüber ziemlich ehrlich. Ja, ich weiß, das kann nerven, hilft aber auch, am Boden zu bleiben – und demnächst neue Wünsche erfüllt zu bekommen.
Stunden ohne Ergebnis
An jenem Sonntag bin ich mit der neuen Nikon Z 50 II an einen See gefahren, an dem ich hoffte, Schwäne oder Enten fotografieren zu können. Auch das Sigma 150-600 hatte ich mir als dringenden Wunsch erfüllenn können. Danke Ellen – mit der ich seit fast 35 Jahren verheiratet bin – ich schweife ab. Was soll es. Auf dem See, den ich vorher ausgeguckt hatte, waren außer drei Enten in 200 Meter Entfernung keine Motive in Sicht. Na gut, mache ich halt mit dem Super-Tele eine Paar Bilder vom umgebenden Wald.
Dann erinnerte ich mich, dass auf einem Acker in der Nähe vor ein paar Tagen Kraniche standen, die im Herbst hier immer Rast machen. Also bin ich dorthin gefahren. Tatsächlich standen auf dem Acker ein paar dieser majestätischen Vögel. Nur – aufgrund der grassierenden Vogelgrippe war ich nicht sicher, dass es eine gute Idee wäre, zu versuchen, die Vögel anzupirschen. Wären sie gesund, brauchten sie alle Energie, ihren Weiterflug in den Süden zu schaffen. Wären sie krank, sollte man sie auf keinen Fall aufscheuchen, damit das Virus nicht weiter verbreitet würde. Ich habe einen Augenblick nachgedaht und dann entschieden, ohne Tagesfoto nach Hause zu fahren. Ich würde das Ellen schon irgendwie mit Pech erklären.
Und dann doch
Es dämmerte bereits und ich war auf der Landstraße fahrend damit beschäftigt, mir eine Rechtfertigung für mein Versagen zurechtzulegen, als ich im Augenwinkel einen weißen Vogel ausmachte. Silberreiher sind bei uns in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren bekannte Tiere und ich finde sie sehr hübsch. Der Vogel stand wenige Meter neben der Landtraße auf einem Rapsacker. Leider war ich selbst mit 80km/h – ich dachte ja noch nach- zu schnell, um in Reichweite des Tieres zum Stehen zu kommen. “Nix zu machen”, dachte ich. “Ist eben Karma”- und überlegte es mir anders. Ein paar hundert Meter weiter ergab sich eine Wendemöglichkeit und die ergriff ich.
Ehrlich! Ich war überrascht, dass der Vogel noch immer an derselben Stelle stand,wo ich ihn gesehen hatte. Ich hielt ungefähr 50 Meter von ihm entfernt, öffnete das Seitenfenster und machte ein paar Sicherheitsfotos. Dann wurde ich mutiger und stieg langsam aus, Kamera und das schwere Objektiv im Anschlag. Der Vogel hielt aus. Nicht so ein Autofahrer, der neugierig war, was der Typ mit dem “Geschütz” da wohl vorhat. Jedenfalls hielt der Fahrer neben mir und blieb wortlos mit laufendem Motor stehen, was den Vogel wiederum dazu bewog nun endlich abzustreichen. Den Autofharer auch.
Auslese
Zu hause angekommen, startete ich den Rechner und sagte Ellen, dass die Challenge heute wohl kein Ergebnis hervorgebracht hätte. Dann sichtete ich die Karte aus dem Fotoapperat – und das Ergebnis seht ihr hier. Mutti war ganz angetan. Ellen auch.












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