Altes Eisen, echte Liebe und ein Beinahe-Feuerwehreinsatz im eigenen Haus
In dieser Story


Das Setup: Ein altes Arbeitstier.
Aufgenommen wurde das Foto mit meiner Sony A7 iii. Ja, das “alte” Arbeitstier. Kombiniert mit dem Sigma 85mm f/1.4 DG DN Art. Dazu zwei Godox V1, ferngetriggert.
Die Story: Pass auf dich auf!
Beide Models, ein Ehepaar, sind tatsächlich aktiv bei der Feuerwehr (der Sohn übrigens in der Jugendfeuerwehr, aber hier nicht im Bild). Der enge Bildausschnitt soll die Intimität eines Augenblicks einfangen, den viele Einsatzkräfte kennen: Ein letzter Kuss, ein stummes „Komm gesund wieder“, bevor es in den Atemschutzeinsatz geht. Der Blick der Frau unter der Maske ist fest auf ihren Mann gerichtet, der das Visier küsst.
Warte. Die Frau macht die körperliche und riskante Arbeit im Atemschutzeinsatz? Ja! Und warum auch nicht?
Die Frau geht in den Atemschutzeinsatz. Ihr Mann ist Gruppenführer und damit in der Einsatzleitung… und er muss den Befehl zum Atemschutzeinsatz geben und weis, dass seine Frau dann “rein geht”. Eine Realität, die beide bereits mehrfach außerhalb dieses Fotoshooting erlebt haben. Der echte Einsatz gab die Idee zum Foto.
Der technische Kniff: Gegenlicht.
Ich habe das Szenario bewusst von hinten angeblitzt. Warum? Weil ich nicht das perfekte, saubere Werbefoto wollte. Durch das Gegenlicht wird jede einzelne Schramme, jede Macke und jeder Kratzer auf dem Visier sichtbar gemacht. Diese Narben auf dem Plastik erzählen die Geschichte von vergangenen Einsätzen, von Hitze und Rauch. Sie machen das Foto authentisch.
Die Backgroundstory zum Fotoshooting: Nebel des Grauens, oder: Wie wir fast zum Gespött der Feuerwehr gemacht hätten.
Eigentlich wollten wir das Shooting gemütlich im Warmen innerhalb des Gebäudes machen, mit viel stimmungsvollem Nebel aus der Nebelmaschine.
Plan war super!
Umsetzung… nun ja.
Nachdem wir die Nebelmaschine angeworfen hatten, stellten wir zwei Dinge fest:
-
Die Maschine hat ordentlich Wumms.
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In diesem Gebäude ist eine Brandmeldeanlage verbaut!
Plötzlich bekamen wir leichte Panik. Die Befürchtung: Die Anlage löst aus. Die Feuerwehr rückt mit Blaulicht zum eigenen Feuerwehrhaus aus, weil ein Fotograf (selbst Feuerwehrmann) und zwei Models (selbst Feuerwehrrler) für ein „cooles Foto“ die BMA ausgelöst haben. Das wäre der Lacher des Jahres gewesen. Oder länger als ein Jahr. Und definitiv nicht für uns.
Also hieß es: Schnell alle Fahrzeugtore auf, Lüftung anschmeißen, den Nebel mit vereinten Kräften rauswedeln und das Shooting nach draußen verlegen.
So entstand das Bild dann unter echten winterlichen Bedingungen vor dem Gebäude.
Ein tolles Projekt, das mir mal wieder gezeigt hat:
1. Die besten Stories entstehen oft abseits vom Plan.
2. Nicht die neueste Technik zählt – sondern die richtige Idee.
3. Models, die das Szenario, die Gefühle und die Emotionen aus echten erlebnissen kennen, sind unglaublich viel wert.
Ich freue mich auf euer Feedback!
Viele Grüße
Flo











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