Sony FX5: Darum ist sie mehr als eine FX3 II

Sony hat die FX5 heute offiziell vorgestellt. Verfügbar ab dem 10. August 2026, Preis 5.399 Euro. Und wer jetzt denkt, das ist die FX3 II, die alle erwartet haben: Das ist es nicht. Es ist mehr.
Das fängt schon beim Namen an. Sony springt von der FX3 direkt auf die FX5. Kein FX4, kein zwischendrin. Das ist kein Versehen. Es ist eine Positionierungsentscheidung. Die FX5 soll sich nicht als Iteration der FX3 verstehen, sondern als eigenständiges Gerät näher an der Venice-Linie — mit Features, die Sony bisher ausschließlich seinen Kino-Flaggschiffen vorbehalten hat.
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Der Sensor: MP kleiner als erwartet, größer als gedacht
16,6 Megapixel auf einem 35mm Vollformatsensor (35,9 × 24 mm), Exmor R. Das ist deutlich weniger als die 67 Megapixel der A7R VI, aber deutlich mehr als die 12,1 Megapixel der FX3. Und das ist bewusst so.
Eine Cinema-Kamera optimiert nicht für Bildgröße, sondern für Auslesegeschwindigkeit, Dynamikumfang und Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten. Die FX3 hatte 12 Megapixel, weil der Sensor für niedrige Auslese-Zeiten und maximale Lowlight-Leistung ausgelegt war. Die FX5 macht dasselbe mit 16,6 Megapixeln und geht dabei weiter: Three Base ISO statt zwei, kombiniert mit Dual Gain Technologie. Das bedeutet drei native Empfindlichkeitspunkte, an denen der Sensor von Haus aus rauscharm arbeitet, ohne elektronische Verstärkung. Ein Konzept, das bisher der Venice vorbehalten war.
Über 15 Blendenstufen Dynamikumfang. Angetrieben vom BIONZ XR2-Prozessor, mit schnellerer Verarbeitung und mehr Kapazität für interne RAW-Codecs. Die Auslesegeschwindigkeit des Sensors ist laut Sony “deutlich höher” als beim Vorgänger. Rolling Shutter, das langjährige Cinema-Problem kompakter Kameras, wird damit auf ein Niveau reduziert, das für professionelle Produktionen taugt.
vorhanden
5K Open Gate und drei interne RAW-Codecs
Der Kern der FX5 als Cinema-Kamera ist das 5K Open Gate-Format im 3:2-Seitenverhältnis. Der gesamte Sensor wird genutzt, kein Crop, kein gestrecktes Bild. Das ermöglicht erstmals an einem kompakten Sony-Cinema-Body natives Anamorphic Shooting ohne digitale De-Squeeze-Tricks: Man nutzt die volle Sensorfläche und erhält den echten anamorphischen Look, der für Kinaoptiken und 2.39:1-Produktionen typisch ist.
Dazu kommt internes RAW in drei Codecs. Sony nennt die Details noch nicht vollständig, aber X-OCN LT das 16-Bit-Lightweight-RAW der Venice-Linie, ist der wahrscheinlichste Kandidat auf Basis früherer Leaks und der Prozessorkapazität des BIONZ XR2. RAW intern bedeutet: kein externer Recorder notwendig, keine fragilen HDMI-Verbindungen auf dem Set, und volle Kontrolle über das Ausgabematerial direkt aus der Kamera.
Geschwindigkeit: 4K bei 120p und 5K bei 60p sind von Anfang an dabei. Mit Firmware V2.0, erwartet für August 2027, kommen 5K/120p und 4K/240p hinzu. Das ist ungewöhnlich, aber Sony kommuniziert es transparent: Die Hardware unterstützt es, die Software-Optimierung braucht noch Zeit.
Weitere Updates
Die FX3 war und ist eine hervorragende Kamera für das, was sie kann. Aber sie hatte Grenzen, die ihren Einsatz auf professionellen Sets einschränkten. Drei davon löst die FX5 direkt:
Timecode. Die FX3 hat keinen klassischen Timecode-Anschluss. Die FX5 ist kompatibel mit Timecode-Kabeln (TC), damit ist sie in einem echten Multicam-Setup einsetzbar, ohne externe Workarounds.
32-Bit Float Audio. Über den separat erhältlichen XLR-Handgriff unterstützt die FX5 32-Bit-Float-Aufnahme. Ein Audioformat, das über- und unterbelichtetem Ton praktisch jede Rettungsmöglichkeit gibt. Die FX3 konnte das nicht. Wer bisher mit einer FX3 nah an professionelle Audioproduktionen herankommen wollte, musste externe Recorder verwenden.
Optionaler EVF. Die FX3 hat keinen Sucher und nie einen gehabt. Die FX5 bekommt einen separat erhältlichen, abnehmbaren und neigbaren elektronischen Sucher. Eine Erweiterungsoption, die auf professionellen Sets, in hellem Sonnenlicht oder bei bestimmten Kamerawinkeln entscheidend ist.
Display und Ergonomie
Das Display hat 8,8 cm Diagonale (3,5 Zoll) und lässt sich in vier Achsen verstellen, damit ist es deutlich flexibler als der zweiachsige Monitor der FX3 und für nahezu jede Kameraposition ausrichtbar. Das ist kein Detail, das auf dem Datenblatt auffällt, aber auf einem langen Drehtag merkt man den Unterschied.
Das Gehäuse wiegt rund 734 Gramm mit Akku und Speicherkarte. Etwas mehr als die FX3 mit ihren 715 Gramm, aber für das, was hinzugekommen ist, vertretbar. Der neue NP-SA100 Akku hat eine höhere Kapazität als der NP-FZ100 der FX3 und wird mit dem Ladegerät BC-SAD1 geliefert. Ein Akkuwechsel bedeutet: Bestandsakku-Pools der FX3 sind nicht kompatibel, das muss man bei einer Kaufentscheidung einkalkulieren.
4K/60p Live Streaming und verbesserte WLAN-Stabilität sind ebenfalls an Bord. Für Event-Coverage, Broadcast-Workflows und Remote-Produktionen direkt aus der Kamera.
Wo die FX5 in Sonys Cinema Line steht
Sony hat drei Ebenen in seiner Cinema Line. Unten: FX3, FX2 und FX30, kompakte Hybridkameras mit Cinema-Ausrichtung. Mitte: FX6, Vollformatkamera mit integriertem ND-Filter, XLR, und professionellem Aufnahmeformat. Oben: FX9, Venice 2 & Burano, die großen Cinema-Kameras für High-End-Produktionen.
Die FX5 schiebt sich zwischen FX6 und FX9. Sie hat Features, die die FX6 nicht bietet. Three Base ISO, 5K Open Gate, internes RAW, optionaler EVF und sie ist kompakter und günstiger als die FX9. Für Solo-Cinematographen, kleinere Produktionsfirmen und B-Cam-Positionen bei größeren Sets ist das genau die Lücke, die bisher fehlte.
Dass das Venice-Menüsystem in der FX5 steckt und nicht das Alpha-Menü, das die FX3 nutzt ist kein Zufall. Sony will damit signalisieren: Das hier ist Cinema, nicht Hybrid.
5.399 Euro für einen Body. Das ist kein Einsteiger-Kauf. Aber wer die Produktionen macht, für die die FX5 gedacht ist, weiß das.
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