Sony A7 V Kamera – Revolution oder Evolution
Die Sony A7 V Kamera hat einen neuen Sensor mit mehr Dynamikumfang. Ist das wirklich eine Revolution in der Fotografie oder nur eine Evolution? Was wirklich wichtig ist für die Fotografie erkläre ich im Video.
1. Evolution statt Revolution:
- Stephan Wiesner argumentiert, dass aktuelle Kameras, wie die neue Sony A7 V, keine echte “Revolution” mehr darstellen. Zwar gibt es technische Verbesserungen (mehr Bilder pro Sekunde, etwas besserer ISO, mehr Dynamikumfang), diese verändern aber nicht die Art und Weise, wie man fotografiert.
- Er definiert eine Revolution als eine Neuerung, die den fotografischen Prozess grundlegend verändert.
2. Beispiele für vergangene Revolutionen: Wiesner blickt zurück auf Technologien, die seine Fotografie tatsächlich verändert haben:
- Vollformat & Dynamikumfang: Der Sprung zu Kameras wie der Canon 6D oder Nikon D750 brachte einen Dynamikumfang, der Belichtungsreihen (HDR) bei Landschaftsaufnahmen oft überflüssig machte.
- Spiegellose Kameras & EVF (Elektronischer Sucher): Man sieht das fertige Bild (Belichtung, Farben) schon vor dem Auslösen. Das machte Laptops bei Shootings zur Überprüfung der Schärfe oft unnötig.
- Augen-Autofokus: Dies löste das Problem des unscharfen Fokus bei Porträts, besonders bei offener Blende, und machte alte Techniken wie “Focus & Recompose” oder “Backbutton Focus” für viele obsolet.
- LED-Lichter statt Blitze: Da LEDs heute leistungsstark und einfach zu handhaben sind (man sieht das Licht sofort), ersetzt er Blitze oft durch Dauerlicht.
3. Was fehlt aktuellen Kameras? (Wunschliste für echte Revolutionen): Stephan Wiesner nennt Features, die er sich wünscht und die Kameras wieder revolutionär machen würden. Viele dieser Funktionen sind bei Smartphones bereits Standard:
- Computergestützte Fotografie (Computational Photography):
- Automatische Rauschreduzierung: Kameras sollten wie Handys mehrere Bilder aufnehmen und verrechnen können, um sofort ein rauschfreies Bild (auch als RAW) zu liefern, ohne lange Wartezeit.
- Echtes HDR/Dynamikumfang: Automatische verrechnung mehrerer Bilder zu einer Datei mit extrem hohem Dynamikumfang direkt in der Kamera.
- Fokus-Stacking & Gruppen-Fokus: Die Kamera sollte automatisch mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunkten machen und zusammensetzen, um z.B. bei Makros alles scharf zu haben oder bei Gruppenfotos mehrere Gesichter gleichzeitig scharf abzubilden (ähnlich wie Smartphones es simulieren).
- Kompaktere, lichtstarke Objektive: Er wünscht sich kleine, lichtstarke Objektive (z.B. f/1.4) für Systemkameras, die optische Fehler (wie Vignettierung) bewusst in Kauf nehmen, um klein zu bleiben, und diese Fehler dann automatisch per Software korrigieren. Ziel ist eine Kamera, die wirklich in die Jackentasche passt und trotzdem deutlich bessere Bilder als ein Smartphone liefert (durch schönes Bokeh).
- Bessere Konnektivität: Die Übertragung von Bildern aufs Smartphone ist immer noch zu kompliziert und unzuverlässig im Vergleich zur internen Verarbeitung am Handy.
Fazit: Die Hardware (Sensoren) ist weitgehend ausgereizt. Die nächste Revolution muss über die Software (Computational Photography) und intelligentere Verarbeitung direkt in der Kamera kommen, um den Workflow zu vereinfachen und neue Möglichkeiten zu bieten, ähnlich wie es Smartphones bereits vormachen.
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