Samyang wartet auf Canon und Nikon: Was RF- und Z-Mount-Nutzer wissen müssen

Auf der CP+ 2026 in Yokohama hat Samyang-Produktplanerin Kim Dubin gegenüber Phototrend eines der drängendsten Themen im Dritthersteller-Markt direkt angesprochen: Für Canon RF und Nikon Z wartet Samyang weiterhin auf offizielle Lizenzen von den japanischen Herstellern. Wann oder ob diese kommen, ist offen.
Das ist keine neue Information, aber es ist das erste Mal seit Längerem, dass Samyang sie so klar bestätigt. Und es lohnt sich, genauer hinzuschauen, was das bedeutet, für Canon- und Nikon-Nutzer, für den Markt und für Samyang selbst.
Warum Samyang RF und Z nicht einfach “macht”
Viele fragen sich: Sigma und Tamron haben Objektive für RF und Z. Warum nicht Samyang?
Der Unterschied liegt in den Konditionen. Sigma und Tamron haben Lizenzverträge mit Canon und Nikon abgeschlossen. Über die genauen Bedingungen wird nicht gesprochen, aber es ist bekannt, dass solche Vereinbarungen Einschränkungen umfassen können, etwa bei Produktkategorien, Preissegmenten oder der Kommunikation. Kein Vertrag bedeutet keine offiziellen Mount-Daten und damit kein vollständiger Autofokus, keine EXIF-Integration und keine Garantie auf Kompatibilität nach jedem Firmware-Update.
Was Samyang auf der CP+ außerdem verraten hat: Das neue AF 24-60mm f/2.8 FE wäre technisch bereits problemlos auf Canon RF adaptierbar, weil der kurze Auflagemaß-Abstand im optischen Design dafür gut passt. Der Wille ist also vorhanden. Es fehlt nur der Schlüssel zur Tür.
Was Canon- und Nikon-Nutzer aktuell haben (und was fehlt)
Die Situation für RF- und Z-Mount-Fotografen, die auf Drittanbieter-Objektive setzen wollen, ist heute so:
Sigma bietet für beide Mounts eine wachsende Auswahl an Contemporary- und Art-Objektiven, inklusive vollständigem Autofokus und EXIF. Tamron hat für Nikon Z eine Handvoll Zooms (17-28mm, 28-75mm, 35-150mm), für Canon RF ist das Angebot noch überschaubarer. Beide arbeiten unter Lizenz.
Manuelles Glas von Herstellern wie Voigtländer, Laowa, Venus Optics oder den kleineren chinesischen Anbietern gibt es reichlich, aber ohne AF. Für viele Anwendungsfelder, besonders Landschaft oder Architektur, ist das kein Problem. Für Portrait, Sport oder Reportage schon.
Samyang selbst hat für RF und Z fast nichts im Angebot mit Autofokus. Das ist ein echtes Loch im Markt, denn Samyangs Preispositionierung liegt oft deutlich unter Sigma und Tamron.
Die Objektive, die Samyang gerade plant (für Sony E und L-Mount)
Auf der CP+ hat Samyang verschiedene Konzepte gezeigt, alle zunächst für Sony FE. Für L-Mount wird Samyang ebenfalls aktiver, RF und Z bleiben vorerst außen vor.

Das 28-135mm f/2.8 FE ist das am weitesten entwickelte Projekt: Laut Phototrend bereits in Produktion, Erscheinen frühestens Ende 2026. Mit einem neuen VCM-Linearmotor für bessere Video-Performance, direkter Konkurrent zu Tamrons 35-100mm f/2.8 und Sigmas 28-105mm f/2.8, aber mit deutlich größerem Zoombereich.

Das 20-50mm f/2 FE ist noch in früher Entwicklung, realistischer Marktstart 2028 oder 2029. Ein Zoom mit Anfangswert 20mm und konstanter f/2-Blende wäre ein echter Ausreißer im Markt. Samyang hält sich bewusst zurück, um das gerade erschienene 24-60mm f/2.8 nicht zu kannibalisieren.
Das 28-85mm f/2-2.8 FE war ursprünglich als f/2 durchgehend geplant, wurde aus Größengründen auf eine variable Blende angepasst. Möglicher Marktstart: Ende 2027 bis Frühjahr 2028. Konkreter Angreifer auf Tamrons 28-75mm f/2.8 und Sigmas 28-70mm f/2.8.

Das 300mm f/4 FE OIS und das 200mm f/1.8 FE OIS sind zwei Langbrennweiten-Konzepte, von denen wahrscheinlich nur eines tatsächlich kommt. Das Besondere: OIS wäre für Samyang das erste eigene optische Bildstabilisierungssystem überhaupt. Tests laufen laut Phototrend bereits auf 135mm-Prototypen. Beim 300mm f/4 ist zudem ein integrierter 1,4x-Telekonverter (auf dann 420mm f/5.6) im Gespräch, was die Abhängigkeit von lizenzierten Herstellerkonvertern umgehen würde.
Alle vier Prototypen sind noch nicht für die Produktion bestätigt. Samyang sammelt bewusst Feedback, bevor eine Entscheidung fällt.
Was das für RF- und Z-Nutzer bedeutet
Kurzfristig ändert sich nichts. Samyang ist nicht auf dem Weg zu Canon RF oder Nikon Z, solange keine Lizenz kommt. Für Fotografen, die Samyangs Preis-Leistungs-Verhältnis schätzen und Canon oder Nikon nutzen, bleibt die Wahl: auf Sigma oder Tamron ausweichen, Adapterlösungen in Kauf nehmen oder auf eine Einigung hoffen.
Mittelfristig ist es eine strategische Frage für Canon und Nikon selbst. Je attraktiver das E-Mount-Ökosystem durch vielfältige, preiswerte Drittanbieter wird, desto größer der Druck. Ob das die Lizenzpolitik irgendwann aufweicht, bleibt abzuwarten.
Was wünscht ihr euch von Samyang für RF oder Z? Und findet ihr Canons und Nikons Lizenzpolitik fair oder zu restriktiv? Schreibt es in die Kommentare.
2 Antworten zu „Samyang wartet auf Canon und Nikon: Was RF- und Z-Mount-Nutzer wissen müssen“
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Persönlich finde ich die Politik angesichts der aktuellen Produktpallette sehr restriktiv. Profifotografen, die gutes Geld verdienen, werden wahrscheinlich sowieso die nativen Objektive kaufen (alleine schon wegen Garantie, Verlässlichkeit und Service); ambitionierten Hobbyfotografen sollte jedoch die Wahl offen sein, da sie sonst auf Marken die nicht so restriktiv sind ausweichen (in meinem Bekanntenkreis bin ich der einzige, der noch mit Nikon arbeitet – alle anderen sind auf Sony, Panasonic etc. umgestiegen – wenn schon Wechsel, dann gleich komplett und nicht der überteuerte Z-Mount mit der überschaubaren Objektivauswahl war deren Argument; Altersklasse 55+)
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Ich nutze bereits seit Jahren das Samyang RF AF 14 f2.8. Erst an der EOS R und jetzt an der EOS R6 Mark II mit allen Firmwareupdates die seit Release für die Kamera rausgekommen sind. Also wer noch eins findet, schlagt zu 😀







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