Grauer Himmel, kahle Bäume und Nieselregen – für viele Fotografen ist der Februar in Deutschland ein Grund, die Kamera im Schrank zu lassen. Doch Stephan Wiesner beweist in seinem neuesten Video das Gegenteil: Genau diese “norddeutsche Tristesse” ist die perfekte Leinwand für ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Portraits.
Wer auf die “Golden Hour” wartet, verpasst evtl. die spannendsten Momente. Ein bedeckter Himmel wirkt wie eine riesige Softbox, die schmeichelhaftes Licht liefert, während die fehlende Farbe in der Natur förmlich nach einer Schwarz-Weiß-Entwicklung schreit. Doch wie gelingt der Sprung vom “grauen Schnappschuss” zum emotionalen “Moody Portrait”?
Das Rezept für Stimmung: Bewegung und Unschärfe
Ein statisches Model vor einem grauen Hintergrund wirkt schnell leblos. Stephan’s Ansatz im Video ist simpel, aber effektiv: Bewegung erzeugt Emotion.
Da am Shooting-Tag Windstille herrschte, wurde kurzerhand improvisiert: Ein Assistent nutzte einen Reflektor als Fächer, um dem Model Wind ins Gesicht zu wehen.
Der Technik-Tipp: Um diese Dynamik einzufangen, darf die Verschlusszeit nicht zu kurz sein. Statt mit 1/1000 Sekunde alles einzufrieren, wählt Wiesner Zeiten um 1/125 bis 1/200 Sekunde. Das Ergebnis: Die Augen sind scharf (fokussiert mit dem 85mm Objektiv), aber die wehenden Haarspitzen zeigen eine leichte Bewegungsunschärfe. Das Bild wirkt nicht wie ein Standbild, sondern wie ein gefangener Moment.

Der moderne Workflow: iPad statt Desktop-Frust
Vielleicht kennst du das: Das Shooting war super, aber der Gedanke an das Sichten, Importieren und Bearbeiten am PC dämpft die Euphorie. Stephan zeigt einen Workflow, der für viele Fotografen ein “Gamechanger” sein dürfte. Die Grenze zwischen mobilem Arbeiten und dem Studio verschwimmt.
Der Hybrid-Ansatz mit Luminar Neo: Anstatt die Bilder erst abends zu sichten, verbindet Wiesner die Kamera (oder Speicherkarte) noch am Set mit dem iPad.
- Direkte Selektion: Das Model sucht sich ihre Favoriten sofort aus. Das steigert die Motivation enorm, da sie direkt sieht, dass “gute Bilder” entstehen.
- Look-Entwicklung vor Ort: Der grobe Look (in diesem Fall: starker Kontrast, Filmkorn, Vignette) wird noch auf dem Tablet erstellt.
- Nahtlose Synchronisation: Dank der Cloud-Funktionen von Luminar Neo ist der auf dem iPad begonnene Bearbeitungsstand automatisch auf dem Desktop-Rechner verfügbar, sobald man das Studio betritt.
Das mühsame Hin- und Herkopieren von Dateien oder das Suchen in Dropbox-Ordnern entfällt.
Bearbeitungstipps für den “Moody Look”
Stephan demonstriert, wie er RAW-Dateien in charakterstarke Portraits verwandelt:
- Vignette als Stilmittel: Er nutzt eine starke Vignettierung (Wert ca. -50), um den Blick radikal auf die Bildmitte zu lenken.
- KI statt Pinsel: Statt Gesichter mühsam manuell aufzuhellen, nutzt er den Regler “Gesicht aufhellen”. Die KI erkennt die Maske automatisch – ein riesiger Zeitsparer.
- Preset-Sync: Einmal den perfekten Look gefunden (Korn, Kontrast, Vignette), speichert er ihn als Preset (“Freitag Morgen”) und wendet ihn per Klick auf die ganze Serie an.
Arbeiten mit Luminar Presets
Eine Besonderheit beim Arbeiten mit Luminar sind die Presets. Dank KI Funktionen kann man sich ein eigenes Preset erstellen und es dann auf alle Fotos aus der Session anwenden. Hat man z. B. “Gesicht aufhellen” gewählt, werden alle Gesichter aufgehellt. Kein manuelles Malen von Masken nötig!
Luminar Neo kann kostenlos ausprobiert werden. -10€ off Luminar Neo mit dem code WIESNER







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