Leica SL3-P: 44 Megapixel, 8K Open Gate, 40 fps und kein roter Punkt

©Leica Camera / leica-camera.com

Leica hat die SL3-P vorgestellt. Sie ist ab sofort erhältlich, kostet 5.990 Euro als Body, und füllt eine Lücke, die das SL-System seit einer Weile hatte: 44,9 Megapixel sitzen zwischen der 60-MP-SL3 und der 24-MP-SL3-S und die Serienbildrate von 40 fps übertrifft beide.

Die Kamera und ihr offensichtlichstes Merkmal

Das rote Leica-Logo fehlt. Schwarze Bedienelemente, schwarzer Schriftzug, kein roter Punkt auf der Kamerafront — wie bei der SL3 Reporter. Das ist kein zufälliges Weglassen, sondern eine designbasierte Entscheidung: Reportage- und Dokumentarfotografen schätzen Kameras, die nicht auf sich aufmerksam machen. Wer nicht möchte, dass sein Gegenüber sofort “Leica” denkt, wenn das Objektiv auf ihn gerichtet wird, bekommt mit der SL3-P genau das.

Was technisch dahintersteckt

Der neue rückseitig belichtete BSI-CMOS-Sensor löst 44,9 Megapixel auf, der Maestro IV Prozessor verarbeitet die Daten, die Serienbild­geschwindigkeit erreicht mit elektronischem Verschluss bis zu 40 Bilder pro Sekunde inklusive kontinuierlicher Autofokus­nachführung. Damit übertrifft die SL3-P beide bestehenden SL3-Modelle bei der Geschwindigkeit, obwohl sie zwischen ihnen in der Auflösung liegt.

Den Eckdaten nach ist der Sensor der der Panasonic Lumix S1R II, mit deren Hersteller Leica über die L-Mount-Allianz seit Jahren Technik teilt. Die S1R II kostet aktuell rund 3.150 Euro — der Preisunterschied zur SL3-P beläuft sich auf fast 2.900 Euro. Wer Leica kauft, zahlt Gehäuse, Bedienphilosophie, Handwerkskunst aus Wetzlar und das Ökosystem mit — das war bei Leica immer so, und daran ändert die SL3-P nichts.

Der eingebaute 5-Achsen-Stabilisator gleicht laut Leica bis zu fünf Blendenstufen aus, etwas konservativer als die acht Stufen, die Panasonic für die S1R II nennt. Das Hybrid-Autofokussystem kombiniert Phasendetektion, Tiefenkarte und Kontrasterkennung mit 819 AF-Punkten.

Video — mehr als erwartet

Der Videoteil fällt nicht abgespeckt aus: Die SL3-P filmt 8K mit bis zu 30p, dazu 8K Open Gate im 3:2-Format mit bis zu 24p über die volle Sensorfläche. Für flüssigere Bewegung stehen 6K mit bis zu 60p bereit, Zeitlupen sind in 4K mit 120p möglich. Intern zeichnet die Kamera ProRes 422 HQ bis C6K auf, per HDMI gibt sie 8K Open Gate als RAW aus.

Neu sind die In-Camera-LUTs Leica Pure und Leica Cine für den L-Log-Farbraum. Beim Autofokus in 8K-Modi gibt es eine Einschränkung: Die Motiverkennung ist dort auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzt; eine harte Aufnahmezeitbegrenzung gibt es nicht, bei 8K/30p nennt Leica rund 20 Minuten bei 25 Grad Umgebungstemperatur. Einen Lüfter gibt es nicht — IP54-Schutz und Lüftungsschlitze vertragen sich nicht, wie fotoMAGAZIN treffend anmerkt.

Für die Daten­übertragung stehen USB-C, WLAN und Bluetooth zur Verfügung. Die SL3-P unterstützt natives Tethering mit Lightroom Classic und Capture One sowie Camera-to-Cloud über Adobe Frame.io. Wie die SL3-S signiert sie Fotos auf Wunsch mit Content Credentials nach dem Standard der Content Authenticity Initiative — ein Feature, das angesichts zunehmender KI-generierter Bildfluten immer relevanter wird.

Zwei neue Objektive — aber erst Ende 2026

Gemeinsam mit der SL3-P hat Leica zwei neue Festbrennweiten angekündigt. Das Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. soll für 4.500 Euro, das APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100 für 2.450 Euro Ende 2026 auf den Markt kommen. Das 50mm ist dabei bemerkenswert kompakt für seine Klasse: Länge 75,5 mm statt 124 mm, 584 g statt 1065 g gegenüber dem gleichnamigen Objektiv aus dem Jahr 2017.

Preise und Bundles

Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 5.990 Euro. Zum Marktstart bietet Leica drei Kit-Angebote an: das SL3-P Vario Kit 28-70 für 6.990 Euro, das SL3-P Vario Kit 24-70 für 7.490 Euro und das SL3-P Vario Kit 24-70 & 70-200 für 9.790 Euro.

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ZIELFOTO Crew
26.06.2026

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