Insta360 bestätigt zwei spiegellose Kameras. Prototyp schon zur CP+ 2027?

Insta360 macht ernst: Der Hersteller von 360-Grad-, Action- und kleinen Lifestyle-Kameras arbeitet offenbar nicht nur an einer, sondern gleich an zwei spiegellosen Kameras mit Wechselobjektiv. Das hat Gründer und CEO JK Liu jetzt in einem Interview mit dem japanischen Magazin Mynavi News bestätigt.
Damit wird ein Projekt konkreter, über das wir bereits Anfang des Jahres berichtet haben. Damals hatte Insta360 erstmals eine neue Kamera angeteasert und die Gerüchteküche vermutete vor allem einen Einstieg in den APS-C-Markt. Inzwischen zeichnet sich ein anderes Bild ab: Mindestens eines der Modelle dürfte auf Micro Four Thirds setzen.
Ein Olympus-Objektiv als entscheidender Hinweis
Der bislang stärkste Hinweis kommt nicht von Insta360 selbst, sondern aus einem geleakten Foto, das bereits im April aufgetaucht war. Darauf ist ein bislang unbekanntes Insta360-Kameragehäuse mit einem Olympus M.Zuiko Digital ED 14-42mm zu sehen. Das Objektiv nutzt das Micro-Four-Thirds-Bajonett – ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass Insta360 bei seinem ersten Wechselobjektiv-Modell auf MFT setzen könnte.
The New Camera greift genau dieses Leak in seinem aktuellen Bericht auf und bezeichnet das gezeigte Modell als MFT-Kamera. Auch Photo Rumors hatte bereits im April aus den geleakten Bildern auf ein MFT-Bajonett geschlossen. Offiziell bestätigt ist die Sensor- beziehungsweise Bajonettgröße allerdings weiterhin nicht.
Das wäre durchaus interessant: MFT bietet einen vergleichsweise kompakten Sensor und entsprechend kleine Objektive. Passend zu dem Ansatz, mit dem Insta360 bisher erfolgreich ist. Gleichzeitig steht ein umfangreiches Objektivsystem zur Verfügung.
Zwei Kameras, die offenbar nicht einfach Konkurrenzprodukte werden sollen
Noch spannender als die Frage nach dem Sensor ist allerdings, was Insta360 mit den Kameras vorhat. Gegenüber Mynavi News bestätigte JK Liu, dass sich zwei Modelle mit unterschiedlichen Eigenschaften in Entwicklung befinden.
Eine davon soll laut Liu eine Form bekommen, „die sich bisher niemand vorstellen konnte“. Auch die grundsätzliche Art, mit einer Kamera zu fotografieren, möchte Insta360 offenbar neu denken. Liu spricht davon, den klassischen Ablauf aus Bildausschnitt wählen, fokussieren und Auslöser drücken grundlegend zu verändern.
Dahinter steckt offenbar vor allem KI. Insta360 möchte laut Liu auch Menschen ansprechen, die bisher keine Erfahrung mit Wechselobjektivkameras haben. Automatisierung und neue Technologien sollen die Bedienung vereinfachen und dabei helfen, weniger Aufnahmen zu verpassen.
Das wäre eine interessante Abgrenzung zu Sony, Canon, Nikon oder Fujifilm: Insta360 könnte nicht versuchen, eine klassische Systemkamera besser nachzubauen, sondern eine Kamera entwickeln, die sich grundsätzlich anders bedienen lässt.
Erste Präsentation möglicherweise 2027
Bis zu einem fertigen Produkt dürfte es allerdings noch dauern. Liu stellte gegenüber Mynavi News in Aussicht, dass Insta360 auf der CP+ 2027 einen Prototypen zeigen könnte. Einen konkreten Erscheinungstermin, Preis oder weitere technische Daten gibt es bislang nicht.
Damit ist inzwischen zumindest klar, dass hinter den bisherigen Teasern tatsächlich ein ernsthaftes Kameraprojekt steckt. Und während Anfang des Jahres noch über eine mögliche APS-C-Kamera spekuliert wurde, sprechen die bisherigen Leaks inzwischen eher für Micro Four Thirds – zumindest bei einem der beiden Modelle.
Ob Insta360 damit tatsächlich in den klassischen Systemkameramarkt einsteigt oder eine völlig neue Kamerakategorie schaffen will, dürfte spätestens im kommenden Jahr deutlich werden. Wenn das Unternehmen seine bisherigen Erfahrungen mit 360-Grad-Kameras, Tracking und KI tatsächlich in eine MFT-Wechselobjektivkamera überträgt, könnte der Einstieg für viele deutlich interessanter werden als eine weitere klassische Systemkamera.







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