GoPro und der GP3-Chip: Erstes geleaktes Bild, neue Kamerageneration zur NAB 2026

GoPro hat gerade seine schwierigste Phase seit Jahren hinter sich: Umsatz 2025 um 19 Prozent auf 652 Millionen Dollar eingebrochen, Kameraverkäufe auf 2 Millionen Einheiten geschrumpft verglichen mit 6,5 Millionen im Jahr 2015. Anfang April kam der nächste Schlag: 23 Prozent der Belegschaft wurden entlassen, 145 von 631 Mitarbeitern. Und genau in diesem Moment zeigt GoPro mehr Ambition als seit Jahren.

Photorumors hat heute das erste geleakte Foto einer neuen GP3-Kamera veröffentlicht und auf dem Bild ist deutlich zu erkennen, dass das Objektiv merklich größer ist als bei bisherigen GoPro-Modellen. Das deutet direkt auf den größeren Sensor hin, den GoPro offiziell bestätigt hat.

Erstes geleaktes Bild der neuen GoPro-Kamera mit GP3-Chip. © Quelle photorumors.com

Die offizielle Enthüllung der neuen Kamerageneration findet vom 19. bis 22. April 2026 auf der NAB Show in Las Vegas statt (Stand C5519). Die Wahl dieser Messe ist kein Zufall: Die NAB ist die wichtigste Fachmesse der Medien- und Broadcastbranche. GoPro hat sich damit bewusst von der Konsumerwelt der Action-Cam-Käufer auf die Bühne der Profis bewegt.

Was der GP3-Chip technisch bedeutet

Im März 2026 hat GoPro seinen neuen Prozessor offiziell angekündigt und das ist der erste neue eigene Chip seit fünf Jahren. Der GP3 wird in 5 Nanometern gefertigt und liefert laut GoPro mehr als doppelt so viel Pixelverarbeitungsleistung wie der GP2. Das klingt nach Marketing-Sprech, ist aber konkret relevant.

Der GP2-Chip ist alt. Er hat GoPro durch Jahre des technischen Rückstands bei Lowlight und Dynamikumfang begleitet, während DJI und Insta360 mit neuerer Hardware davongezogen sind. Der entscheidende Unterschied beim GP3 ist die dedizierte KI-Einheit: eine Neural Processing Unit (NPU) mit eigenen Kernen für Szenen- und Motiverkennung. Das bedeutet, dass die Kamera in Echtzeit analysiert, was sie sieht und Belichtung, Farbe und Fokus automatisch anpassen kann. Nicht als Post-Processing, sondern live während der Aufnahme.

Dazu kommen deutlich bessere Thermalperformance und Akkulaufzeit durch die effizientere 5nm-Fertigung. Überhitzung war ein häufiger Kritikpunkt bei langen 4K-Aufnahmen das soll der GP3 adressieren.

Die Teaser-Videos und was sie verraten

GoPro hat in den letzten Wochen zwei Teaser auf dem offiziellen YouTube-Kanal veröffentlicht. Was darin zu sehen ist, passt nicht zum typischen GoPro-Bild: Makroaufnahmen von Pflanzen mit einer Tiefenschärfe, wie man sie von Action-Cams nicht kennt. Ein Mondfoto mit Teleoptik-Anmutung. Unterwasseraufnahmen in tiefem Blau. Nachtaufnahmen in der City, fast rauschfrei. Und dazu die Einblendung: “Captured on the next generation of GoPro.”

Hier die offiziellen Teaser von GoPro:

Das Footage sieht nicht nach einer Action-Cam aus. Es sieht aus wie die Kombination aus einem größeren Sensor, einer sehr lichtstarken Optik und einem Prozessor, der die Daten tatsächlich verarbeiten kann. Wie Analyse-Blogger DC Rainmaker in seiner detaillierten Einordnung schreibt: Das ist keine normale Produkt-Iteration. GoPro kündigt damit eventuell den Einstieg in ein Marktsegment an, in dem Canon, Sony, DJI und Insta360 schon längst zuhause sind.

Welche Kameras kommen

GoPro selbst spricht von “mehreren neuen Kameras” auf der NAB, nicht von einem einzelnen Modell. Aus verschiedenen Leaks und der offiziellen Kommunikation zeichnen sich folgende Kategorien ab:

Hero 14 Black ist der naheliegendste Kandidat. Das Flaggschiff der Action-Cam-Linie. 2025 wurde zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt keine neue Hero Black vorgestellt, der GP3 war schlicht noch nicht fertig. Spekuliert werden ein 1-Zoll-Sensor, 8K-Video und 4K mit 240fps.

Max 3 als 360-Grad-Nachfolger der Max 2, ebenfalls mit GP3.

Vlogging-Kamera in einem neuen Formfaktor für Creator, die keine klassische Action-Cam wollen.

Kompakte Cinema-Kamera. Das ist das spannendste und mutigste Produkt. CEO Nicholas Woodman hat öffentlich angekündigt, dass GoPro “in das ultra-premium Imaging-Segment eintreten” will. Eine Cinema-Kamera, die gegen Sony FX3, Canon EOS C50 und Nikon ZR antritt, wäre ein kompletter Bruch mit GoPros bisheriger Produktlogik und genau das scheint geplant zu sein.

Einordnung: Warum das mehr als ein normales Update ist

Für Photography Talk, die den Teaser-Content Frame für Frame analysiert haben, ist das “eine Frage der Überlebensfähigkeit“. Und das ist keine Übertreibung.

GoPro hat 2015 den Markt dominiert. DJI und Insta360 haben seitdem den Actionkamera-Markt mit besserer Lowlight-Performance, günstigeren Preisen und innovativeren Formfaktoren umgebaut. GoPro hat zu lange an denselben Stärken festgehalten Stabilisierung, Robustheit, Ökosystem und die Bildqualitätslücke unterschätzt.

Der GP3 ist der Versuch, diese Lücke mit einem Chip-Generationswechsel zu schließen. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob die offiziellen Specs halten, was die Teaser versprechen. Die Footage wirkt eindrucksvoll aber GoPro-Teaser waren noch nie das Problem. Die Frage ist, was die Heroes dann wirklich im Vergleich zu DJI Osmo Action 6 und Insta360 Ace Pro 2 leisten.

In wenigen Tagen wissen wir mehr. Die NAB-Enthüllung am 19. April 2026 dürfte eine der wichtigsten Produktankündigungen im Action-Cam-Markt seit Jahren werden egal ob sie GoPro rettet oder nicht.

Glaubt ihr, GoPro kann mit dem GP3 wieder konkurrenzfähig werden? Schreibt es in die Kommentare.

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ZIELFOTO Crew
13.04.2026

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