GoPro MISSION 1: Drei neue Kameras mit 1-Zoll-Sensor Open Gate und MFT Bajonett

GoPro hat sich neu erfunden. Nicht mit einem neuen Hero-Modell, nicht mit einem Softwareupdate sondern mit einer komplett neuen Produktlinie. Die MISSION 1 Serie besteht aus drei Kameras um einen 50-Megapixel-1-Zoll-Sensor und einen neuen GP3-Prozessor: die MISSION 1 PRO, die MISSION 1 PRO ILS mit Wechselobjektiv und die MISSION 1. Das ist keine Iteration. Das ist eine andere Kameraklasse.

CEO Nicholas Woodman hatte es angekündigt: GoPro will in das “ultra-premium Imaging-Segment” eintreten. Das war ambitioniert geklungen und viele hatten es als Marketingsprech abgetan. Jetzt liegt ein Großteil der Specs auf dem Tisch.

Was alle drei Kameras gemeinsam haben

Der neue 1-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln ist das Fundament aller drei Modelle. Er ist laut GoPro 25,4 Prozent größer als der Sensor der DJI Osmo Action 6 und 43,8 Prozent größer als jener der Insta360 Ace Pro 2. Die nativen Pixel messen 1,6 µm, im Quad-Bayer-Modus verschmelzen je vier Pixel zu 3,2-µm-Pixel. Das bedeutet erheblich mehr Licht pro Pixel und entsprechend bessere Low-Light-Performance. Bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang gibt GoPro an.

Der GP3-Prozessor in 5-nm-Fertigung liefert mehr als doppelt so viel Pixelverarbeitungsleistung wie sein Vorgänger GP2. Eine dedizierte AI Neural Processing Unit (NPU) übernimmt Szenen- und Motiverkennung in Echtzeit. Das erlaubt 13 intelligente Aufnahmemodi, die automatisch auf Umgebung und Motiv reagieren von Tauchen bis Lowlight bis Sport-POV.

Auf der Codec-Seite unterstützt die gesamte MISSION 1 Serie 10-Bit-Video in GP-Log2 (GoPros logarithmischem Farbprofil für maximale Nachbearbeitungsflexibilität) sowie HLG-HDR. Die maximale Bitrate liegt bei 240 Mbps. Dazu kommen Timecode-Sync, 50-Megapixel-RAW-Fotos mit vollständiger manueller Kontrolle über ISO, Verschlusszeit und Weißabgleich sowie GoPro-Labs-Kompatibilität mit über 1.000 erweiterten Einstellungen.

Das Design wurde überarbeitet: neues 159°-Weitwinkelobjektiv mit hydrophober Frontbeschichtung, abnehmbarer Gegenlichtblende, ein OLED-Rückdisplay mit 2,59 Zoll (14 % größer als beim HERO13 Black) und erhöhte, größere Tasten für den Einsatz mit Handschuhen.

Der neue Enduro 2 Akku hat 13 Prozent mehr Kapazität als sein Vorgänger und ist rückwärtskompatibel bis zur HERO13 Black. Laufzeiten: über 5 Stunden bei 1080p/30fps, über 3 Stunden bei 4K/30fps unabhängig vom Luftstrom, was bisher ein kritischer Schwachpunkt bei GoPro-Kameras war.

Die drei Modelle im Detail

MISSION 1 PRO — Das Flaggschiff

Die MISSION 1 PRO ist das technisch vollständigste Modell. Videoauflösungen:

  • 4K/120fps Open Gate in 4:3
  • 8K/60fps in 16:9
  • 4K/240fps (8x Zeitlupe)
  • 1080p/960fps als 10-Sekunden-Burst (32x Zeitlupe)
  • 8K/30fps Open Gate in 4:3 (7.680 × 5.760 Pixel, voller Sensor)

Der Open-Gate-Modus ist dabei besonders relevant: Er nutzt die volle Sensorfläche ohne 16:9-Crop. Das ergibt mehr Bildfeld, mehr Auflösung für den Schnitt und Footage, die sich nachträglich für Hochformat und Querformat gleichermaßen nutzen lässt.

Wasserrresistenz: bis 20 Meter ohne Gehäuse, mit Tauchgehäuse bis 60 Meter.

MISSION 1 PRO ILS — Die Wildcard mit Wechselobjektiv

Die ILS-Variante (Interchangeable Lens System) trägt denselben Sensor und GP3-Prozessor wie die PRO, tauscht aber das Festobjektiv gegen einen Micro-Four-Thirds-Mount. Das öffnet Zugang zum gesamten MFT-Objektivuniversum Olympus, Panasonic, Leica, Voigtländer und Dutzende Drittanbieter. Via Adapter lassen sich zudem praktisch alle anderen Objektivmounts anbinden.

Besonders interessant: HyperSmooth funktioniert auch mit MFT-Festbrennweiten intern ohne externen Gimbal. Für FPV-Piloten, die ein kompaktes Cinema-Rig mit 1-Zoll-Sensor und Wechselobjektiv wollen, ist die ILS das bisher interessanteste Paket auf dem Markt.

Wichtiger Unterschied: Die ILS ist wetterfest, nicht wasserrresistent. Kein Unterwassereinsatz ohne Gehäuse. Erscheint im dritten Quartal 2026

MISSION 1 — Die “Standard” Version

Die MISSION 1 teilt Sensor, Prozessor und Gehäuse mit der PRO, verzichtet aber auf die höchsten Frameraten:

  • Maximal 8K/30fps in 16:9
  • 4K/120fps als höchste Framerate
  • 1080p/240fps Zeitlupe
  • 4K/120fps Open Gate in 4:3

Für Creator, die die 8K/60fps und 4K/240fps der PRO nicht brauchen, aber die volle Bildqualität des 1-Zoll-Sensors und des GP3-Chips wollen ist es das passende Modell.

    Beispielfotos aus der MISSION 1 PRO

    GoPro hat bereits Beispielfotos aus der Kamera veröffentlicht. Sie zeigen ein deutlich anderes Bild als man von früheren GoPros kennt:

    Das Zubehör-Ökosystem

    Gleichzeitig mit den Kameras hat GoPro ein komplettes neues Zubehörsystem angekündigt:

    • Wireless Mic System: 24-Bit-Audio, 150 m Reichweite, 6,5 Stunden Laufzeit, 32-Bit-Float-Aufnahme
    • Media Mod mit integriertem Mikrofon, HDMI-Ausgang und erweitertem I/O
    • Volta 2 Grip: 5.800-mAh-Akku, Stativ und Fernbedienung in einem
    • Point-and-Shoot Grip: Ergonomischer Griff, der sich in eine robuste Kamera-Cage verwandelt
    • Light Mod 2: 200-Lumen-LED mit verlängerter Laufzeit
    • ND-Filter M-Series: ND8 bis ND64 mit automatischer Erkennung durch die Kamera
    • Tauchgehäuse: bis 60 Meter Tiefe

    Für wen sind die Kameras gemacht?

    MISSION 1 PRO richtet sich an Filmemacher, FPV-Piloten und professionelle Outdoor-Creator, die maximale Bildqualität in einem robusten, leichten Body brauchen. 8K Open Gate, 4K/240fps, GP-Log2 und 14 Blendenstufen sind Spec-Punkte, die in dieser Kompaktheit bisher nicht existierten.

    MISSION 1 PRO ILS ist für alle, die kreative Objektivkontrolle wollen: flache Schärfentiefe mit einem 25mm, Ultraweit mit einem 8mm Fisheye, oder Tele mit einem 100-400mm alles an einem 1-Zoll-Sensor in einem GoPro-Gehäuse. Das öffnet Einsatzmöglichkeiten von Dokumentarfilm bis Produktionsassistenz bis zu Drohnen-Rigs, die bisher auf DSLR-Kameras angewiesen waren.

    MISSION 1 trifft den Sweet Spot für ambitionierte Creator und Hobbyfotografen, die den Sensor und die Bildqualität wollen, aber 4K/120fps Open Gate als ausreichend betrachten und nicht das höchste Preissegment zahlen möchten.

    Verfügbarkeit und Preis

    Vorbestellungen öffnen am 21. Mai 2026, Auslieferung ab 28. Mai 2026 für MISSION 1 PRO, MISSION 1 PRO Grip Edition und MISSION 1.

    Die MISSION 1 PRO ILS, Creator Edition und Ultimate Creator Edition folgen im dritten Quartal 2026.

    Ein Preis wurde zum Zeitpunkt der Ankündigung bewusst noch nicht genannt. GoPro hat angekündigt, die Preise auf der NAB-Messe vom 19. bis 22. April bekannt zu geben. Ein Gerücht aus dem Vorfeld hatte die PRO bei rund 1.000 Dollar angesetzt ob das hält, erfahren wir in wenigen Tagen.

    Würdet ihr eine MISSION 1 PRO oder ILS in euren Workflow integrieren? Welcher Einsatzbereich interessiert euch am meisten? Schreibt es in die Kommentare.

    Eine Antwort zu „GoPro MISSION 1: Drei neue Kameras mit 1-Zoll-Sensor Open Gate und MFT Bajonett“

    1. Avatar von TbiBnz
      TbiBnz

      Sehr interessant,
      Eine Actioncam mit Bajonettanschluss, da bin ich ja mal gespannt.

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    ZIELFOTO Crew
    15.04.2026

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