Fujifilm instax Pal 2: Die kleine Digitalkamera bekommt einen Sucher

Die instax Pal war eine ungewöhnliche Kamera: winzig, digital und ganz bewusst ohne eigene Druckfunktion. Heute stellte Fujifilm mit der instax Pal 2 die zweite Generation vor und verändert das Konzept an einigen entscheidenden Stellen.

Statt möglichst viel Technik auf kleinstem Raum unterzubringen, soll die Pal 2 vor allem wieder mehr nach Fotografieren mit einer Kamera aussehen und sich auch so anfühlen.

Eine kleine Kamera, die tatsächlich einen Sucher hat

Die auffälligste Neuerung steckt auf der Oberseite: Die instax Pal 2 bekommt einen optischen Sucher. Dazu kommen ein kleines 1-Zoll-Display, ein Einstellrad und ein Hebel zur Bedienung.

Fujifilm beschreibt die neue Kamera entsprechend als Kombination aus kompakter Digitalkamera und klassisch-analoger Bedienerfahrung. Das Design erhält eine semi-matte Oberfläche und eine strukturierte Gehäuseoberfläche, die für mehr Grip sorgen soll. Laut Fujifilm Europe soll die Gestaltung bewusst an klassische analoge Kameras erinnern.

Das ist eine interessante Entwicklung, denn die erste instax Pal war vor allem ein möglichst kleines Aufnahmegerät. Bei der Pal 2 scheint Fujifilm dagegen stärker den Spaß am eigentlichen Fotografieren in den Mittelpunkt zu stellen.

Mehr Auflösung, mehr Speicher

Auch technisch legt die Pal 2 gegenüber dem Vorgänger zu. Statt eines 5-Megapixel-Sensors kommt nun ein 1/3,06-Zoll-Sensor mit 10 Megapixeln zum Einsatz.

Der interne Speicher wächst gleichzeitig von 50 auf 100 Bilder. Zusätzlich lässt sich eine microSD-Karte verwenden.

Fujifilm verspricht dadurch eine sichtbar verbesserte Bildqualität und eine detailreichere Wiedergabe alltäglicher Motive.

Große Qualitätsansprüche sollte man von dem winzigen Sensor allerdings nicht erwarten. Vielmehr dürfte Fujifilm weiterhin auf einen bestimmten Look und die unkomplizierte Nutzung setzen.

30 Looks statt Bildbearbeitung am Smartphone

Ein wesentlicher Teil des Konzepts sind die neuen Bildeffekte. Insgesamt stehen 30 Effekte zur Verfügung, verteilt auf fünf Kategorien: Modern, Y2K, Vintage, Chromatic und Fantasy.

Sechs Effekte können gleichzeitig auf die Kamera geladen und anschließend über das Einstellrad ausgewählt werden. Damit erinnert die Bedienung ein wenig an den Wechsel zwischen verschiedenen Filmen oder Objektiven – nur eben digital.

Gerade für eine Kamera wie die Pal 2 könnte das wichtiger sein als umfangreiche manuelle Einstellungen. Die Idee ist weniger, jedes Bild nachträglich zu bearbeiten, sondern bereits beim Fotografieren einen bestimmten Look auszuwählen.

Aus zehn Fotos wird eine kleine Animation

Eine weitere Neuerung nennt Fujifilm instax Animation. Dabei können bis zu zehn aufeinanderfolgende Bilder aufgenommen und automatisch zu einer kurzen Flipbook-artigen Animation kombiniert werden.

Interessant wird das vor allem in Verbindung mit dem instax-System: Die Animation kann als QR-Code zusammen mit einem instax-Foto ausgegeben werden. Wer den Code mit dem Smartphone scannt, kann anschließend die Animation ansehen.

Damit versucht Fujifilm erneut, die analoge und digitale Welt miteinander zu verbinden – ein Prinzip, das sich inzwischen durch große Teile des instax-Systems zieht.

Kein Drucker und genau das ist der Punkt

Auch die zweite Generation druckt nicht direkt in der Kamera. Fotos werden zunächst digital aufgenommen und können anschließend über die instax-App übertragen werden.

Für Ausdrucke lässt sich die Pal 2 mit kompatiblen instax Link-Druckern sowie bestimmten Hybridkameras der instax-Evo- und LiPlay-Familie verbinden. Unterstützt werden dabei mini, SQUARE und WIDE sowie ein rahmenloses 4:3-Format.

Die Pal 2 bleibt damit eine Digitalkamera – sie nutzt das instax-System lediglich als Möglichkeit, ausgewählte Bilder später physisch sichtbar zu machen.

USB-C statt nur drahtlos

Bei der Verbindung mit dem Smartphone bietet Fujifilm ebenfalls mehr Möglichkeiten. Neben Bluetooth lässt sich die Kamera über USB-C direkt mit einem kompatiblen Smartphone verbinden.

Fujifilm gibt für die Übertragung über USB-C eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 0,7 Sekunden pro Bild an. Die Bilder können anschließend in der App bearbeitet, auf dem Smartphone gespeichert oder direkt geteilt werden.

Für eine kleine Alltagskamera ist das durchaus sinnvoll: Fotografieren mit der Pal 2 und anschließend unkompliziert weiterverwenden, was entstanden ist.

Eine Digitalkamera als Lifestyle-Objekt

Mit der Pal 2 verfolgt Fujifilm damit einen etwas anderen Ansatz als bei klassischen Kompaktkameras. Die Kamera soll möglichst klein sein, aber gleichzeitig bewusst wie eine Kamera wirken.

Sucher, Einstellrad, Hebel und strukturierte Oberfläche sind dafür vermutlich genauso wichtig wie die technischen Daten. Fujifilm bezeichnet die Pal 2 sogar als Accessoire, das sich problemlos am Alltag und an Taschen tragen lässt.

Das passt zum aktuellen Interesse an kleinen, unkomplizierten Kameras: Nicht maximale Leistung steht im Vordergrund, sondern die Tatsache, überhaupt eine Kamera dabeizuhaben und damit spontane Momente festzuhalten.

Ab Ende September für 169,99 Euro

Fujifilm Europe gibt für die instax Pal 2 einen Preis von 169,99 Euro an. Die Verfügbarkeit soll in Europa ab Ende September 2026 starten. Angeboten wird die Kamera zunächst in Schwarz und Weiß.

Die instax Pal 2 ist damit keine Kamera, die eine Systemkamera oder ein Smartphone ersetzen möchte. Interessanter ist vielmehr die Frage, ob Fujifilm mit ihr eine neue Nische zwischen Smartphone, Kompaktkamera und instax-System gefunden hat.

Mit mehr Auflösung, optischem Sucher, Display, 30 Looks und der neuen Animation-Funktion ist die zweite Pal jedenfalls deutlich mehr als nur ein kleines Update des Vorgängers.

Image credits: Fujifilm

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ZIELFOTO Crew
15.09.2026

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