Hey Leute,
ich brauche eure Meinung zu meiner aktuellen Situation bezüglich meiner Fotoausrüstung.
Ich spiele derzeit mit dem Gedanken, von meiner Sony A7 IV mit einem Tamron 35-150mm f Link entfernt auf eine Fujifilm X-E5 mit dem 23mm f Link entfernt und dem Fuji 70-300mm f Link entfernt umzusteigen.
Ich werde im Sommer für zwei Monate mit dem Rucksack durch Südostasien reisen, und der Gedanke, meine Sony mit dem großen und schweren Objektiv mitzunehmen, fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Andererseits fühlt sich die Vorstellung, eine kleinere Fuji mit noch kompakteren Objektiven (dank APS-C-Sensor) dabei zu haben, viel besser an – wobei ich mir Sorgen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in Südostasien mache und der Tatsache, dass die X-E5 keine Wetterabdichtung besitzt.
Ich liebe die Bildqualität der Sony in Kombination mit dem Tamron, aber die Ausrüstung ist schlichtweg zu schwer und zu groß, um sie im Alltag oder auf Reisen ständig mit sich herumzutragen. Ich habe das Gefühl, dass die Sony in puncto Bildqualität und Autofokus die überlegene Kamera ist; allerdings sind die Kamera – und noch wichtiger die Objektive – aufgrund des Vollformatsensors schwerer und teurer. Ich hoffe, durch eine handlichere Kamera-Objektiv-Kombination meine Freude an der Fotografie wiederzufinden. So könnte ich die Ausrüstung ganz einfach in einer kleinen Tasche oder sogar in der Hosentasche verstauen, anstatt ständig einen Rucksack mitschleppen zu müssen, nur für den Fall, dass ich unterwegs spontan etwas fotografieren möchte.
Ich fotografiere hauptsächlich Menschen, Street-Fotografie, Lightpainting und Astrofotografie; im Urlaub würde ich zudem gerne Tiere und Wildtiere ablichten.
Gerade für den Bereich der Wildtierfotografie halte ich eine APS-C-Kamera für die deutlich bessere Wahl: Mit einem nur 600 g schweren Objektiv erhalte ich hier einen Brennweitenbereich von 105–450 mm für rund 650 Euro. Bei meiner Sony wäre das nächstgelegene Äquivalent dazu das Tamron 50–400 mm – mit einem Gewicht von 1,2 kg und einem Preis von ca. 1200 Euro. Das bedeutet also das doppelte Gewicht und den doppelten Preis. Hinzu kommt, dass mir 40 MP (statt „nur“ 33 MP) noch mehr Spielraum für nachträgliche Bildausschnitte (Cropping) bieten. So könnte ich – bei einem Crop-Faktor von 1,4 – einen Bildausschnitt wählen, der einer Brennweite von 147–602 mm entspricht, und hätte dabei immer noch eine Auflösung von 20 MP. Natürlich wird die Low-Light-Performance mit dem APS-C-Sensor nicht ganz so gut ausfallen und meine Bilder werden stärker rauschen. Ich glaube jedoch, dass die Unterschiede heutzutage nicht mehr so gravierend sind wie früher (basierend auf dem Vergleich von DPReview). Meine größte Sorge gilt der geringeren Schärfentiefe beim Fotografieren von Menschen oder Tieren.
Dennoch denke ich, dass die Fuji für meine Bedürfnisse völlig ausreichen würde, da ich kein professioneller Fotograf bin, der die Leistung der Sony zwingend benötigt. Zudem würde ich gerne häufiger JPEGs direkt aus der Kamera (SOOC) verwenden, anstatt jedes Bild einzeln zu bearbeiten – denn die Bildbearbeitung macht mir nicht wirklich Spaß. In diesem Zusammenhang fehlen mir bei der Sony auch Funktionen wie der Mehrfachbelichtungsmodus, den die Fuji bietet, die A7IV jedoch nicht.
Was haltet ihr davon? Stimmt ihr mir zu, oder würdet ihr anders entscheiden? Übersehe ich dabei vielleicht etwas Wichtiges?
Danke fürs Durchlesen!
Tim 🙂
Servus Tim,
du suchst also nach einer leichten Reisekamera für eine Backpack-Tour durch Südostasien.
APS-C hat einen dauerhaften Cropfaktor, bei Sony und Nikon 1,5x sowie bei Canon 1,6x. Hierdurch erhält deine Brennweite einen "Boost". Diesen APS-C-Modus kannst du bei Vollformat-Kameras, zumindest weiß ich's bei Sony, zuschalten. Dadurch verlierst du Megapixel, erhältst dafür mehr Reichweite. Umgekehrt ist es allerdings nicht möglich. Wenn du den Crop nicht haben willst, weil du mit deinem Ultraweitwinkel eine möglichst kurze Brennweite haben willst, dann kannst du bei APS-C den Crop nicht deaktivieren. Das musst du besonders bei Astro beachten, damit du die ganze Milchstraße aufnehmen kannst und nichts abschneidest.
Richtig ist, dass APS-C-Objektive günstiger und leichter sind als diejenigen für Vollformat.
Schärfentiefe generierst du primär über die Wahl der Blende und die Brennweite. Eine F8 an APS-C ist nicht wesentlich unterschiedlich von einer F8 an Vollformat. Zumindest sehe ich auf den Bildern den Unterschied nicht.
Wenn dir Portabilität und Leichtigkeit besonders wichtig ist, dann würde ich dir OM Systems empfehlen. Ich besitze selbst keine OM, aber die Reviews dazu sind beachtlich und fast durchweg sehr positiv. Vielleicht ist sie ja auch für dich die richtige Reisekamera für Backpacking.









