DJI Osmo Mobile 4P im Praxistest – Die erste Gimbal-Kamera, die die große Kamera zu Hause lässt?
Actionkameras sind längst mehr als nur Kameras für Mountainbike, Motorrad oder Skiurlaub. Gerade für Creator, Reisende und Familien werden sie immer häufiger zur Hauptkamera. Mit der neuen DJI Osmo 4P geht DJI jetzt noch einen entscheidenden Schritt weiter: Erstmals kombiniert das System einen 1-Zoll-Sensor mit zwei Objektiven und integriertem Gimbal. Doch reicht das aus, um eine klassische Systemkamera zu ersetzen?
Im Video siehst du den ausführlichen Praxistest. Hier fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und ergänzen sie um zusätzliche Einschätzungen.
vorhanden
Zwei Brennweiten machen den größten Unterschied
Die wohl spannendste Neuerung ist die Kombination aus einem Ultraweitwinkel (20 mm) und einer Telebrennweite (60 mm).
Während klassische Actionkameras fast ausschließlich den typischen Ultraweitwinkel-Look liefern, eröffnet die zusätzliche Telekamera völlig neue Möglichkeiten. Portraits wirken deutlich natürlicher, Hintergründe lassen sich angenehmer freistellen und auch entfernte Motive können wesentlich besser eingefangen werden. Gerade dieser Wechsel macht im Alltag überraschend viel aus. Statt immer nur “alles aufs Bild zu bekommen”, kann bewusst gestaltet werden – ähnlich wie man es von einer Systemkamera kennt.
Natürlichere Bilder statt Actionkamera-Look
Wer regelmäßig mit Actionkameras filmt, kennt den typischen Look:
- sehr weiter Bildwinkel
- nahezu alles ist scharf
- wenig räumliche Wirkung
Mit der 60-mm-Kamera verändert sich genau das. Gesichter wirken natürlicher, Hintergründe werden leicht unscharf und Videos erhalten einen deutlich hochwertigeren Eindruck. Natürlich ersetzt das keine Vollformatkamera mit lichtstarkem Objektiv – aber der Unterschied zu bisherigen Actionkameras ist erstaunlich groß.
Tracking funktioniert zuverlässig
DJI gehört seit Jahren zu den Marktführern beim automatischen Tracking. Auch im Praxistest überzeugt die Gesichtserkennung. Selbst beim Gehen oder schnellen Bewegungen bleibt die Kamera zuverlässig auf der Person. Für Solo-Creator bedeutet das deutlich weniger Aufwand:
- keine zweite Person hinter der Kamera
- freieres Bewegen während des Filmens
- konstant sauberer Bildausschnitt
Gerade Reisevideos, Vlogs oder Tutorials profitieren davon enorm.
Die Fernbedienung macht den Unterschied
Eine Besonderheit des Systems ist die zusätzliche Fernbedienung. Während das Smartphone alle Einstellungen bietet, eignet sich die Fernbedienung perfekt für den eigentlichen Dreh:
- Aufnahme starten
- Bildausschnitt kontrollieren
- Zoom steuern
- Tracking überwachen
Gerade wenn die Kamera auf einem Stativ steht oder etwas weiter entfernt arbeitet, ist das deutlich komfortabler als ausschließlich über das Smartphone zu arbeiten.
ND-Filter sorgen für den filmischen Look
Wer Videos etwas professioneller aufnehmen möchte, kommt an ND-Filtern kaum vorbei. Im Test kommt ein ND16-Filter zum Einsatz. Dadurch kann die Verschlusszeit länger gewählt werden, wodurch Bewegungen natürlicher wirken und typische “Handy-Videos” deutlich filmischer aussehen.
Gerade bei sonnigem Wetter gehört ein ND-Filter deshalb fast schon zur Grundausstattung.
D-Log M erweitert den Dynamikumfang
Für ambitionierte Filmer bietet DJI mit D-Log M ein Log-Profil für die Weitwinkelkamera. Im direkten Vergleich zeigt sich schnell der Vorteil: Bei starkem Gegenlicht bleiben Himmel und helle Bereiche wesentlich besser erhalten. Wer seine Videos später farblich bearbeitet, erhält dadurch deutlich mehr Reserven.
Für schnelle Urlaubsvideos genügt das Standardprofil vollkommen. Wer hingegen professioneller arbeitet oder gerne colorgraded, profitiert vom Log-Profil.
Kann die DJI eine Systemkamera ersetzen?
Die Antwort hängt vom Einsatzgebiet ab. Für professionelle Produktionen mit wechselbaren Objektiven, aufwendiger Lichtsetzung oder speziellen Brennweiten bleibt eine Systemkamera weiterhin die erste Wahl. Für viele Creator sieht die Realität jedoch anders aus:
- Reisevideos
- YouTube
- Vlogs
- Social Media
- Familienfilme
- Behind-the-Scenes-Aufnahmen
Hier liefert die DJI eine Qualität, die für viele Anwendungen vollkommen ausreicht – bei einem Bruchteil von Größe und Gewicht. Gerade die Kombination aus Gimbal, zwei Brennweiten, Tracking, gutem Mikrofon-System und einfacher Bedienung macht das Gesamtpaket außergewöhnlich.
Stephan’s Fazit
DJI hat die klassische Actionkamera konsequent weiterentwickelt. Die zusätzliche Telekamera verändert den Look der Aufnahmen deutlich, der größere Sensor sorgt für mehr Bildqualität und das integrierte Gimbal liefert gewohnt ruhige Aufnahmen. Zusammen mit Tracking, Fernbedienung und umfangreichen Videofunktionen entsteht ein Werkzeug, das weit über typische Urlaubskameras hinausgeht.
Wer häufig unterwegs filmt und möglichst wenig Ausrüstung mitnehmen möchte, erhält hier eine Kamera, die beeindruckend nah an deutlich größere Systeme herankommt und genau deshalb wahrscheinlich öfter genutzt wird.








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