Der heilige Gral der Sensoren? Canon testet angeblich die EOS R3 Mark II bei den Olympischen Winterspielen

Olympische Spiele sind für Kamerahersteller das, was die Formel 1 für die Autoindustrie ist: das ultimative Testlabor. Aktuell finden die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand statt, und wenn man den gut vernetzten Quellen von The New Camera und Canon Rumors glauben darf, hat Canon dort ein extrem spannendes Gerät im Gepäck: Die EOS R3 Mark II wird angeblich von ausgewählten Profis am Pistenrand getestet.

Doch das wirklich Interessante ist nicht das Kamera-Update an sich, sondern das verbaute Herzstück. Canon experimentiert Berichten zufolge mit einem Dual Native Resolution Sensor. Ein Konzept, das ein uraltes Fotografen-Dilemma lösen könnte.

Was steckt hinter der “dualen Auflösung”?

Bisher musste man sich beim Kamerakauf entscheiden: Will ich extrem schnelle Serienbilder und wenig Rauschen im Dunkeln (wenig Megapixel) oder maximale Details für große Drucke und starke Crops (viele Megapixel)?

Die geleakten Specs der R3 Mark II deuten darauf hin, dass man künftig einfach umschalten kann:

  • High-Res-Modus (54 Megapixel): Volle Auflösung für maximale Details. Ideal für Landschaft, Studio oder Wildlife-Crops. Selbst hier soll der Stacked-CMOS-Sensor noch satte 40 Bilder pro Sekunde schaffen.
  • Speed- & Low-Light-Modus (24 Megapixel): Hier wendet die Kamera sogenanntes “Pixel Binning” an. Benachbarte Pixel auf dem Sensor werden physisch zusammengelegt und arbeiten als ein großer Pixel. Das Resultat? Laut The New Camera bringt das einen Boost der Lichtempfindlichkeit von unfassbaren 80 % gegenüber der ersten R3. Gleichzeitig steigt die Serienbildgeschwindigkeit auf 90 Bilder pro Sekunde.

Ist das wirklich neu?

Jein. Wer jetzt an sein Smartphone denkt, liegt goldrichtig. Bei Handys ist das sogenannte Quad-Bayer-Binning (z. B. aus 48 MP mach 12 MP) seit Jahren der Standard-Trick, um mit kleinen Sensoren im Dunkeln rauschfreie Bilder zu zaubern.

Im Vollformat-Bereich ist Leica der Vorreiter für diese Idee. Kameras wie die Leica M11, Q3 oder SL3 nutzen eine “Triple Resolution Technology”, bei der man wahlweise 60, 36 oder 18 Megapixel aus der vollen Sensorfläche zieht – mit entsprechenden Vorteilen beim Dynamikumfang und Rauschen bei den kleineren Auflösungen. Neu und revolutionär wäre bei Canon jedoch die Kombination dieses Ansatzes mit einem Stacked-Sensor, der auf Action-Performance und Video getrimmt ist (die Gerüchte sprechen nebenbei von in-camera 9K 60p und 6K 120p RAW-Video).

Für wen ist das der Gamechanger?

Ein Dual-Resolution-Sensor ist vor allem für Hybrid-Shooter und Event-Profis extrem attraktiv. Nehmen wir einen Hochzeitsfotografen: Tagsüber schießt er die formellen Gruppenbilder und Paar-Porträts in vollen 54 Megapixeln, um jedes Detail des Kleides einzufangen. Abends, wenn das Licht auf der Tanzfläche düster wird, schaltet er in den 24-MP-Modus, saugt jedes noch so kleine Restlicht auf und profitiert von extrem sauberen High-ISO-Dateien und einem rasend schnellen Autofokus.

Man spart sich schlichtweg den zweiten, hochauflösenden Kamerabody in der Tasche.

    Die geleakten Spezifikationen im Detail

    Hier ist die Übersicht der Spezifikationen, wie sie aktuell diskutiert werden:

    KategorieSpezifikationDetails
    StatusIn ErprobungGesichtet bei den Olympischen Winterspielen in Mailand
    SensortypBSI Stacked CMOSWeltweit erster Sensor mit dualer nativer Auflösung
    AuflösungUmschaltbar54 Megapixel (Detail) oder 24 Megapixel (Speed)
    PerformanceSerienbildrate40 fps bei 54 MP; bis zu 90 fps bei 24 MP
    AutofokusQuad Pixel AFDual-Cross-Type AF über alle 54 Mio. Pixel
    ISOTriple Native ISOEnormer Boost für Low-Light-Performance (~80 % besser)
    VideoRAW intern9K 60p RAW und 6K 120p RAW direkt in der Kamera
    Video AFFull-Pixel AFVoller Autofokus bleibt bei allen Videoauflösungen erhalten
    Hinweis: Die Daten basieren auf aktuellen Leaks.

    Fazit

    Da die Infos ursprünglich von Leaks auf dem chinesischen Netzwerk Camera Beta stammen, sollte man noch eine gesunde Portion Skepsis mitbringen. Die größte technische Herausforderung bei solchen Sensoren ist das Demosaicing – also die korrekte Farbverrechnung, wenn Pixel zusammengelegt werden. Doch wenn Canon diese Hürde meistert, könnte die R3 Mark II die wohl vielseitigste Profi-Maschine am Markt werden.

    Was denkt ihr über dieses Konzept? Klingt ein Sensor, der seine Auflösung und Lichtempfindlichkeit per Knopfdruck anpassen kann, nach eurem perfekten Allrounder? Oder habt ihr lieber Kameras, die kompromisslos für genau eine Auflösung optimiert sind?

    Eine Antwort zu „Der heilige Gral der Sensoren? Canon testet angeblich die EOS R3 Mark II bei den Olympischen Winterspielen“

    1. Avatar von Axel Lettmann
      Axel Lettmann

      So eine Art “2 in 1”-Kamera klingt gerade für die erwähnten Sportfotografen (und mich) sehr interessant. Somit hat man einmal eine Kamera mit vielen Megapixeln und eine mit schnellem Verschluss. Spart eine Kamera und man muss in diesem Fall nicht das Objektiv wechseln. Bei dem Konzept wäre ich sofort dabei, wenn diese Kamera mit diesen Funktionen kommt.

      Idee was eventuell auch mal kombiniert/weiterentwickelt werden kann:
      Häufig gibt es bei den hochwertigeren Vollformatkameras die Funktion, dass man in einen Crop-Modus wechseln kann. Diese Funktion ist meistens mit Einbußen verbunden.
      Ein VF-Sensor, der im Zentrum (Crop) hochwertigere Pixel/Sensoren verbaut hat.

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    ZIELFOTO Crew
    20.02.2026

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